Hintergrund

„Veränderungs- und Entwicklungsprozesse machen nicht an kommunalen Grenzen halt. Was zuvor auf Bundes- oder internationaler Ebene verhandelt und lokal umgesetzt wurde, entdeckt zunehmend die Region als sinnvolle Zwischenebene“

Das LKG-Projektteam

 

 

Die „Querschnittsaufgabe“ Klimaschutz ist nicht nur ein Querschnitt durch die Verwaltung. Vielmehr handelt es sich auch um einen Querschnitt durch die Gesellschaft mit ihren verschiedensten Akteuren. Landkreise sind dabei so positioniert, dass sie eine bedeutsame Hebelwirkung ausüben können. Durch ihre einzigartige Stellung im politischen Mehrebenensystem – selbst kommunaler Gemeindeverband und zugleich den Gemeinden übergeordnet – können sie ihre kreisangehörigen Kommunen serviceorientiert im Klimaschutz „führen“. Sie setzen lokal die deutschen Klimaziele um und steuern die Entwicklung ihrer (ländlichen) Region mit. Viele Landkreise nehmen diese Doppelrolle erfolgreich an, wie das NKI- Projekt Landkreise in Führung! (2016-2019) zeigte.

Zwischen Vorreiter, Dienstleister und Klimaschutzpromotor

Im Zusammenspiel zwischen Vorbild- und Promotor-Rolle können Landkreise optimal ihr Wirkpotenzial für den Klimaschutz einer ganzen Region und darüber hinaus entfalten. Durch das Aufzeigen guter Klimaschutzpraxis in den eigenen Handlungsfeldern (wie Energiemanagement, Erzeugung und Bezug erneuerbarer Energien sowie nachhaltige Beschaffung) inspirieren Landkreise und regen andere Kommunen, Bürger*innen und Unternehmen zur Nachahmung an.

Landkreise können z. B. eine wichtige Schnittstelle für Kommunen sein, eine Bündelungsfunktion im Wissenstransfer (gute Klimaschutzpraxis, Vernetzung mit relevanten Akteuren) ausüben, den kommunalen Wettbewerb im Klimaschutz befördern, interkommunale Projekte initiieren und koordinieren oder die Interessen der Kommunen bei der Landes- und Bundesebene vertreten. Als „Dienstleister“ können sie insbesondere Gemeinden wertvolle Unterstützungsangebote unterbreiten (z. B. Beratung und Antragstellung für Fördermittel, übertragbare Vorarbeit im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation).

Regionaler Klimaschutz auf zwei Rädern

Für das Zusammenspiel der beiden Rollen eignet sich die Analogie eines Fahrrads (siehe Schaubild). Die Vorbildrolle ist wichtig für die Erfahrung und den Ruf des Kreises als Klimaschutzakteur. Sie bildet das Vorderrad, mit dem der Landkreis glaubwürdig die eingeschlagene Richtung verfolgt. Das Hinterrad – ebenso bedeutsam und unmittelbar mit dem Pedalantrieb verbunden – füllt die Promotorenrolle aus. Sie setzt sich aus den verschiedensten Unterrollen (hier den Speichen) zusammen.